26.10.2006
Rettungsdienst und Breitenausbildung zertifiziert
Steindorfner: DRK erfüllt hohen Qualitätsanspruch
"Wir haben einen hohen Anspruch an unsere Arbeit und zeichnen uns im Roten Kreuz durch Qualität aus, um die berechtigten Erwartungen der Bevölkerung zu erfüllen." Dies erklärte der DRK-Kreisvorsitzende Michael Steindorfner bei einer Feierstunde in Sindelfingen, in der die Zertifizierungsurkunden für den Rettungsdienst und die Breitenausbildung im DRK-Kreisverband Böblingen übergeben wurden. Mit Nachdruck unterstrich Steindorfner allerdings auch: "Qualität hat ihren Preis und lässt sich nicht zu Dumpingpreisen verwirklichen." Er hoffe deshalb, daß die Kostenträger, die Qualität forderten, "dies auch entsprechend honorieren."
Der DRK-Kreisvorsitzende dankte bei der Feierstunde im DRK-Pflegezentrum Sindelfingen insbesondere Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach, dessen Stellvertreter Hartmut Wollwinder sowie den Qualitätsmanagement-Beauftragten Michael Maier, Wolfgang Kronenbitter, Herbert Kilgus und Klaus-Dieter Grossnick für ihren Einsatz und ihre Arbeit in dem rund einjährigen erfolgreichen Zertifizierungsverfahren des DRK-Kreisverbandes Böblingen. "Wir wollen auf diesem Weg weitermachen", sagte Steindorfner. Die Zertifizierung gilt bis Juli 2009.
An der Feierstunde in Sindelfingen, die von den "Sax4Fun" musikalisch flott umrahmt wurde, nahmen auch Dr. Reiner Heeb, der Ehrenvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Steindorfners Stellvertreter OB Dr. Bernd Vöhringer sowie Sabine Rinck, stellvertretende AOK-Geschäftsführerin teil.
DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach stellte seine Ausführungen unter das Motto "Qualität schafft Vertrauen und Zukunft". Er verwies darauf, daß mit diesem Satz das Vorwort im Qualitätsmanagement-Handbuch für den Rettungsdienst und die Breitenausbildung beginne. Beide Begriffe verdeutlichten zugleich, was der DRK-Kreisverband mit der Einführung des Qualitätsmanagements erreichen wolle. "Qualität ist im DRK-Kreisverband Böblingen seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Hinzu kommen jetzt auch Forderungen von außen, die uns dazu verpflichten, unsere bisher schon gute Arbeit weiter zu entwickeln, die erreichte Qualität zu standardisieren und zu dokumentieren, so daß sie für unsere Partner und unsere Kunden aber nicht zuletzt auch für uns selbst nachprüfbar ist." So würden anhand des Qualitätsmanagementsystems Patienten, Ärzte und Kostenträger einen Nachweis der erbrachten Dienstleistungen erhalten. "Wirtschaftlichkeit und Versorgungsqualität werden zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb der Leistungserbringer. Die vergleichende Qualitätssicherung ist eine Voraussetzung dafür, Verbesserungspotentiale aufzuspüren und zu nutzen", betonte Wolfgang Breidbach. Doch über die gesetzliche Verpflichtung hinaus sei es auch der eigene Anspruch des Roten Kreuzes, Menschen, die auf DRK-Leistungen angewiesen seien, die höchstmögliche Qualität zur Verfügung zu stellen.
Wie der DRK-Kreisgeschäftsführer weiter erklärte, habe bei der Zertifizierung nicht zuletzt die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter große Bedeutung, die am Management des Rettungsdienstes und der Breitenausbildung beteiligt seien. Breidbach dankte insbesondere dem verantwortlichen Qualitätsmanagement-Beauftragten Michael Maier, der Motor und Seele des gesamten Zertifizierungsverfahrens gewesen sei. Die intensiven Diskussionen, basierend auf den unterschiedlichen Erfahrungen und Zielvorstellungen, hätten dazu beigetragen, ein gutes Ergebnis für den DRK-Kreisverband zu erzielen. Wichtig sei von Anfang an das Bewusstsein aller Beteiligten gewesen, "daß Qualitätsmanagement eine Führungsaufgabe ist, ein Steuerungsinstrument für das Management, an dem möglichst viele Mitarbeiter partizipieren", stellte Breidbach fest.
Rückblickend meinte der DRK-Kreisgeschäftsführer, die Wegstrecke vom Start am 22. September 2005 bis zum erfolgreichen Audit am 3. Juli dieses Jahres sei ein wahrer Kraftakt gewesen. Zwar hätten bereits im Jahr 2002 die ersten Mitarbeiter des Kreisverbandes mit der entsprechenden Ausbildung begonnen und am Musterhandbuch auf Landesebene mitgearbeitet, doch die Zeit zur Vorbereitung auf das Zertifizierungsaudit habe sich dennoch als sehr kurz erwiesen. Deshalb danke er allen Mitarbeitern, die engagiert und mit viel Kraft auf dieses Ziel hingearbeitet hätten.
Breidbach erinnerte daran, daß der DRK-Kreisverband Böblingen bereits zum zweiten Mal das Qualitätssiegel für alle seine acht Pflegeheime erhalten habe. In den ambulanten Diensten habe das Qualitätsmanagment längst Einzug gehalten und für die Möbel-Halle werde augenblicklich die Einführunng des Qualitätsmanagements und die Zertifizierung im Jahr 2007 diskutiert. "Im Ergebnis wird also der gesamte Kreisverband eine Bestätigung über seine gute Arbeit erhalten - allerdings auf unterschiedlichem Weg."
Wie zuvor schon Michael Steindorfner appellierte auch Wolfgang Breidbach an die Kostenträger, "daß wir für eine erbrachte Leistung auch ein kostendeckendes Entgelt erhalten." Es seien aber noch einige Schritte zurückzulegen. Der DRK-Kreisverband und vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten ihren Beitrag dazu bereits geleistet.
Andreas Bollendorf, Mitarbeiter der Breitenausbildung, erklärte in einem kurzen Erfahrungsbericht, bereits seit vier Jahren beschäftige sich eine Gruppe mit der Qualitätsausbildung und Zertifizierung. Die Erstellung des umfangreichen Qualitäts-Handbuches sei in mühevoller Kleinarbeit gelungen. Jetzt gelte es, den hohen Standard auch in den Ortsvereinen umzusetzen.
Alexander Tsakiroglou, Mitarbeiter des Rettungsdienstes, verwies auf die umfangreichen und nicht immer spannungsfreien Diskussionen während des Verfahrens, die sich jedoch als zielführend erwiesen hätten. Neues führe zu persönlichen Herausforderungen, die erkannt und bewältigt werden müssten. Im Blick auf das Erreichte konstatierte er, auf einem guten Weg zu sein.


