Bildunterschrift:

05.11.2009

Leonberger Notarzteinsatzfahrzeug fährt nun in Litauen

DRK Leonberg unterstützt Rettungsdienst im Bezirk Kaunas

Die zwischen dem Landkreis Böblingen und dem Litauischen Distrikt Kaunas bestehende Partnerschaft wird auch seit Jahren durch den DRK-Kreisverband Böblingen aktiv unterstützt. Daher lag es nahe, dass der DRK-Ortsverein Leonberg sein gebrauchtes Einsatzfahrzeug dem Bezirk Kaunas spendete.

Der Daimler-Kombi war ursprünglich als Notarzteinsatzfahrzeug im Landkreis Böblingen eingesetzt und wurde in letzter Zeit als Einsatzleitwagen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Leonberg genutzt. Auf Grund neuer Aufgaben im Leonberger Roten Kreuz war es notwendig, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Dieses neue Fahrzeug muss dieselbe Funktionalität wie der bisherige Einsatzleitwagen aufweisen, jedoch mehr Platz im Inneren, insbesondere im Kofferraum bieten. Als ein Nachfolgemodell gefunden war, kam die Frage auf, was mit dem bisherigen Fahrzeug passieren sollte. Schnell war den Verantwortlichen klar, dass eine Verschrottung keinesfalls in Frage kommen würde. Wolfgang Breidbach, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Böblingen fragte in Litauen an, ob ein solches Fahrzeug eingesetzt werden könne.

So kam es, dass sich der Leonberger Bereitschaftsleiter und stv. Kreisbereitschaftsleiter Herbert Mann sowie Kreisjugendleiter Manuel Riehm aus Weil der Stadt mit dem DRK-Fahrzeug auf den Weg nach Kaunas machten. Bei der feierlichen Übergabe des Fahrzeugs hat sich neben den Verantwortlichen des Rettungsdienstes auch der stellvertretende Gouverneur Mindaugas Petras Bala?aitis eingefunden.
Bala?aitis bestätigte, dass das Fahrzeug in Kaunas dringend benötigt werde. Im dortigen Rettungssystem gehen alle Notrufe bei der Polizei ein. Dort wird anhand des Notfallbildes entschieden, ob der Rettungswagen nur mit Rettungsassistenten besetzt wird oder ob direkt ein Notarzt mit zur Einsatzstelle fährt. Ein nachträgliches Ausrücken des Arztes war bisher nicht möglich. Dank der Leonberger Spende kann nun bei Bedarf ein Notarzt, wie auch im Landkreis Böblingen praktiziert, mit einem eigenen Fahrzeug alarmiert werden. Dadurch ist eine wesentlich größere Flexibilität gegeben.

Im anschließenden Gespräch wurde deutlich, dass die litauischen Rettungsdienstmitarbeiter eine ähnliche Ausbildung wie die Kollegen in Deutschland genießen. Die Paramedics verfügen über ein hervorragendes Sanitätswissen, wünschen sich jedoch einen Austausch über die Strukturen im deutschen Rettungsdienst und Katastrophenschutz. In Litauen existieren zwar entsprechende Notfallpläne, jedoch scheitert die Umsetzung dieser Pläne an fehlendem Personal oder Material. Ehrenamtlichen Sanitäter, die bei größeren Schadensfällen alarmiert werden, sind in Litauen nicht vorhanden. "Sind die hauptberuflichen Sanitäter im Einsatz, gibt es kein Ersatzpersonal auf das zurückgegriffen werden kann!" erzählt Herbert Mann. Auch ist es nahezu undenkbar, dass Kollegen aus den Nachbarkreisen in Kaunas zum Einsatz kommen.
Der Rettungsdienst erhält sein Budget um das eigene Einsatzgebiet abzudecken. Übergreifende Einsätze, im Landkreis Böblingen an der Tagesordnung, werden in Litauen nicht bezahlt und deshalb auch nicht durchgeführt.

Interessiert zeigten sich beide Seiten darüber, einen mehrtägigen Austausch von Personal durchzuführen um sich gegenseitig über die Schulter zu schauen und daraus lernen zu können. Die Kooperation zwischen dem Deutschen Roten Kreuz im Kreisverband Böblingen und dem Rettungsdienst in Kaunas soll also fortgesetzt und ausgeweitet werden. "Wir können nur voneinander lernen" so dass Fazit von Herbert Mann.

 

21.10.2009

DRK-Ortsverein Leonberg spendet Notarzteinsatzfahrzeug

-gwe- Der litauische Bezirk Kaunas darf sich über ein Notarzteinsatzfahrzeug freuen, dass der DRK-Ortsverein Leonberg zur Verfügung stellt. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem Landkreis Böblingen und dem Bezirk Kaunas überbringen der Leonberger Bereitschaftsleiter Herbert Mann in Begleitung des Kreisjugendleiters Manuel Riehm das Notarzteinsatzfahrzeug. Dieses soll in Kaunas eine ähnlich Funktion wie im Landkreis Böblingen bekommen und einen Arzt auf schnellstem Wege zum Patienten bringen. Vorbereitet und unterstützt wurde die Hilfslieferung vom DRK-Kreisverband Böblingen. Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach bedankte sich bei DRK-Ortsverein Leonberg für die nicht alltägliche Hilfe und unterstrich die Wichtigkeit der Hilfe für die litauischen Freunde.

Link : Pressemitteilung aus Litauen