04.12.2009

DRK-Kreisverband sucht ehrenamtliche KAB-Helferinnen und -Helfer

"Der Suchdienst ist eine klassische Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes", unterstreicht DRK-Kreis- und -Landesbereitschaftsleiterin Renate Kottke. Sie erinnert an die millionenfachen Hilfe des Roten Kreuzes bei der Suche und Aufklärung von Gefangenen- und Vermisstenschicksalen - insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg -, aber auch bei Katastrophen und Großschadensereignissen wie etwa schweren Busunfällen, Explosionen oder Evakuierungen. So wie vor einigen Monaten in Böblingen, als bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Damals ist auch das Rote Kreuz sofort alarrmiert worden. Renate Kottke und ihr Kollege, Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiss, waren dabei ebenso "vor Ort" wie zahlreiche weitere DRK-Angehörige aus den verschiedensten Ortsvereinen des Kreises Böblingen, um ältere, gehbehinderte oder kranke Böblinger Bürgerinnen und Bürger aus dem unmittelbar gefährdeten Gebiet um den Tannenberg in Sicherheit zu bringen, bis die Bombe nach mehreren Stunden entschärft war.

Eine besondere Aufgabe kam bei der umfangreichen Evakuierungsaktion dem so genannnten Kreisauskunftsbüro - kurz KAB genannt - zu. In der zentralen Sammelstelle in der Böblinger Kongresshalle wurden die wichtigsten Daten der eintreffenden Menschen aufgenommen. Dieser Einsatz, der nach den Worten von Renate Kottke und ihrer Stellvertreterin Birgit Bux viel menschliches Einfühlungsvermögen neben allgemeinen Kenntnissen erfordert, geschah ehrenamtlich. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gut geschult. Sie haben durch ihre umsichtige Arbeit entscheidenden Anteil daran, daß bei den Betroffenen weder Panikreaktionen oder Ängste festzustellen waren. Ganz im Gegenteil: Die Menschen fühlten sich beim Roten Kreuz gut aufgehoben", resümiert Daria Hertkorn, seit Jahren im KAB tätig. Immerhin mussten in der Kongresshalle die Daten von über 900 Personen aufgenommen werden. Eine Leistung, die nicht zuletzt von der Stadt Böblingen ausdrücklich anerkannt worden ist.

"Die Registrierung nach Großschadensereignissen oder in katastrophenartigen Situationen ist wichtig, um entsprechende Suchanfragen von besorgten Angehörigen und Freunden zügig beantworten zu können. Nach einem Busunglück mit 50 Verletzten sind beispielsweise über 200 Anfragen eingegangen. Hier konnte das zuständige KAB für eine unbürokratische und schnelle Aufklärung dank der sorgfältigen Vorarbeit sorgen", verdeutlicht Renate Kottke die wichtige Aufgabenstellung eines Kreisauskunftbüros.

Zur Verstärkung dieser Arbeit sucht der DRK-Kreisverband Böblingen nun weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Voraussetzung sind nach Angaben von Renate Kottke einschlägige Erfahrungen in der Büroarbeit. "Die Helferinnen und Helfer müssen mit Menschen umgehen können, eben kommunikationsfreudig sein", umschreibt Renate Kottke das Anforderungeprofil. "Gut sind PC-Kenntnisse sowie die Fähigkeit, Betroffene beim Ausfüllen der Basiskarten anleiten zu können."

Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Es gibt einen Grundlehrgang und ein Aufbauseminar. Außerdem trifft sich die Gruppe in der Regel etwa alle zweite Monate zum Erfahrungsaustausch, um stets auf dem Laufenden zu sein. Ausdrücklich erwünscht sind mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung auch Helferinnen und Helfer mit ausländischen Sprachkenntnissen. "Während der Ausbildung, bei Übungen oder im Einsatz ist  jede Helferin und jeder Helfer des Kreisauskunftbüros grundsätzlich über die Berufsgenossenschaft versichert", betont Renate Kottke.

Wer Interesse an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit hat, kann sich bei Herbert Kilgus vom DRK-Kreisverband Böblingen, Telefon 0 70 31 / 69 04 80, über weitere Einzelheiten informieren.