05.12.2009
DRK-Chef warnt: Wehrpflichtverkürzung bedeutet Ende des Zivildienstes
Die von den Berliner Koalitionsparteien geplante Wehrpflichtverkürzung auf sechs Monate bedeutet nach Ansicht des DRK-Kreisvorsitzenden Michael Steindorfner "den Anfang vom Ende des Zivildienstes". Auf einer Pressekonferenz in Sindelfingen warnte Steindorfner vor den "gravierenden Folgen für das gesamte Gesundheitswesen." Der DRK-Kreisvorsitzende appellierte eindringlich an die politisch Verantwortlichen, sich dieser Problematik bewusst zu werden und den Zivildienst nicht kaputt zu machen. Seine ganz konkrete Forderung in diesem Zusammenhang: "Die Politik muß nachsteuern, um den Ist-Zustand zu erhalten."
Steindorfner sagte, insgesamt würden in diesem Jahr 109 junge Männer ihren neunmonatigen Zivildienst ("das ist die Untergrenze") in den verschiedensten Einrichtungen - beispielsweise in der Pflege - des DRK-Kreisverbandes Böblingen ableisten. Ziehe man die jeweilige Ausbildungszeit von drei Monaten ab, so stehe das in keinem Verhältnis mehr bei einer Verkürzung auf sechs Monate, als analoge Folge der geplanten Wehrpflichtverkürzung. Bei einem Wegfall des Zivildienstes müssten neue, hauptamtliche Stellen geschaffen werden. "Das bedeutet massiv steigende Kosten", umriss der DRK-Kreisvorsitzende die dann entstehende Situation. Steindorfner rechnet in diesem Fall mit mindestens zwei Drittel Mehrkosten gegenüber den seitherigen Kosten für Zivildienstleistende.
Im übrigen habe der Zivildienst bereits seinen eigenen Stellenwert - gerade was die Betreuung und das Selbstverständnis der Zivildienstleistenden betreffe, menschliche Erfahrungen eingeschlossen. "Eine Verkürzung hätte also - alles zusammen genommen - große soziale und finanzielle Brisanz. Deshalb darf der Zivildienst nicht kaputt gemacht werden. Das kann niemand wollen und verantworten", betonte Michael Steindorfner mit Nachdruck.

