Pfarrer Franz Pitzal (Mitte) erläutert dem DRK-Kreisvorsitzenden Michael Steindorfner (rechts) und DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach (links) den Aufbau der Krippe.

Michael Steindorfner an der Renninger Krippe

Das Rote Kreuz gibt weltweit Hoffnung - weil wir die Menschen lieben

"Damit ihr Hoffnung habt" - dieses Wort aus dem ersten Petrus-Brief steht in diesem Jahr über der weithin bekannten Renninger Krippe, die in der St. Martinuskirche im Stadtteil Malmsheim aufgebaut ist. Über dieses Motto sprach beim "Abendlob", zu dem die große Rot-Kreuz-Familie des Kreises an der Krippe zusammen gekommen war, der DRK-Kreisvorsitzende Michael Steindorfner.

Der DRK-Kreisvorsitzende sagte, das Rote Kreuz habe einen sehr engen Bezug zu den jeweiligen Themen der Krippe, die in diesem Jahr zum 30. Mal aufgebaut war. "Das Rote Kreuz handelt nach seinen Grundsätzen im Dienste der Menschlichkeit. Entscheidend ist dabei gar nicht so sehr, dass wir uns zu einem weltweiten Dienstleistungsunternehmen für mehr Menschlichkeit und zur größten Friedensbewegung der Welt entwickelt haben. Viel mehr noch kommt es auf das Motiv an, warum wir uns zu diesem Dienst an den Menschen verpflichtet haben: Weil wir die Menschen lieben !"

Steindorfner erklärte, auch wenn sich das Rote Kreuz bei der Hilfeleistung zu weltanschaulicher und religiöser Neutralität verpflichtet habe, heisse das noch lange nicht, auf Werte zu verzichten, deren ethische Grundlagen im Christentum genau so beheimatet seien wie in vielen anderen Religionen dieser Welt

Denke man an die unermessliche Not gestern in Winnenden, heute in Haiti, morgen beim Verkehrsunfall mit Schwerverletzten und Toten, übermorgen beim tragischen Unfall im Haushalt, beim Herzinfarkt am Arbeitsplatz oder wo auch immer sonst das Schicksal zuschlage, sei es wichtig, nicht allein zu stehen. So gebe das Rote Kreuz Hoffnung durch seine Existenz, durch aktives Eintreten in Situationen des Leides und der Not, durch Hilfe, Zuspruch und Zuwendung zu den Menschen. Damit Hoffnung nicht in Verzweiflung münde, "versuchen wir im Roten Kreuz Zeichen zu setzen. "Ein erschütterndes Erlebnis von Not sei auch die Geburtsstunde des Roten Kreuzes gewesen: Auf dem Schlachtfeld von Solferino sei Henry Dunant vom Leid verwundeter und sterbender Soldaten gepackt worden. "Heute, 150 Jahre später, zeigt sich das Rote Kreuz als eine moderne Hilfsorganisation, die weltweit vertreten ist und weltweit zur Hoffnung Anlaß gibt, die Menschen auch in allergrößter Not nicht alleine stehen und wieder hoffen lässt. Gerade wenn Menschen, denen es schlecht geht, noch berechtigte Hoffnungen haben sollen, dann sind auch wir im Roten Kreuz in hohem Maße gefordert."

"Damit ihr Hoffnung habt" sei genau das richtige Thema für die Krippe in der heutigen Zeit, unterstrich der DRK-Kreisvorsitzende. Denn über die Jahrzehnte wachsenden Wohlstands hinweg seien uns viele Werte verloren gegangen. Depression gehe um in unserer Gesellschaft. Unter Hinweis auf die dramatischen Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise warnte Steindorfner vor Resignation, die zur Abkehr von gesellschaftlicher Verantwortung und Teilhabe am politischen Leben führe: "Wir müssen eine Menge tun, um den sozialen Frieden auch für absehbare Zeit noch sicher zu stellen." Dies werde jedoch nicht gelingen, "wenn wir den Menschen nicht Hoffnung geben."

Die Hoffnung der Krippe gehe allerdings über ein geglücktes Krisenmanagement weit hinaus. Hoffnung heisse nämlich auch Vertrauen und heisse vor allen Dingen auch Vertrauen auf Gott," betonte Michael Steindorfner. Die kleineren oder größeren Hoffnungen, die uns Tag für Tag begleiteten, reichten jedoch ohne die große Hoffnung, die alles andere überschreiten müsse, nicht aus. "Diese große Hoffnung kann nur Gott sein, der das Ganze umfasst und der uns geben und schenken kann, was wir allein nicht vermögen."  In diesem Bewusstsein würden die Rot-Kreuz-Angehörigen ermutigt von der Krippe in den täglichen Einsatz gehen.

Pfarrer Franz Pitzal hatte die Rot-Kreuz-Familie des Kreises herzlich begrüsst und den Krippenaufbau erklärt. Das Motto "Damit ihr Hoffnung habt" sei auch das Leitwort des zweiten ökumenischen Kirchentags, der im Mai dieses Jahres in München stattfindet. Im Altarraum der St. Martinus-Kirche in Malmsheim ist deshalb die Stadt München mit ihren markanten Bauwerken nachgebildet worden. An den Seitenwänden werden Städte und Landschaften entlang von Donau und Rhein vom Ursprung bis zur Mündung gezeigt. 

Die musikalische Gestaltung hatte an diesem Abend die "Camerata Randingae" unter der Leitung von J. Bair übernommen.

 

Pfarrer Franz Pitzal (Mitte) erläutert dem DRK-Kreisvorsitzenden Michael Steindorfner (rechts) und DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach (links) den Aufbau der Krippe.
Pfarrer Franz Pitzal (Mitte) erläutert dem DRK-Kreisvorsitzenden Michael Steindorfner (rechts) und DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach (links) den Aufbau der Krippe.